Prepper
Die Antwort auf die Frage “Was ist ein Prepper?” hängt vom Zeitpunkt ab, wann die Frage gestellt wird. Bis zum Krieg zwischen Russland und Ukraine 2022 wurden von Politik und Medien Prepper als paranoide, gewaltbereite Spinner und Reichsbürger dargestellt. Seit der “russischen Invasion” hat sich das Blatt gewandelt. Inzwischen wird über Prepper Szene mit mehr Sachlichkeit berichtet. Das ist längst überfällig. Lesen Sie dazu unseren Artikel „Bundesregierung rät zur Krisenvorsorge„.

Prepper Deutschland – Schluss mit dem negativen Image

Dass ausgerechnet in Deutschland derart negativ über Prepper berichtet wird, ist in keiner Weise nachvollziehbar. Denn Prepper machen nichts anderes als das, wozu die Regierung seit Jahrzehnten aufruft: Private Krisenvorsorge betreiben!

Dies hat, anders als in den Medien dargestellt, nichts mit Hamsterkäufen und Panikkäufen zu tun, sondern ist ein sozialer Aspekt, der im Notfall der gesamten Gesellschaft zugute kommt.

Falls Sie bis jetzt der Prepperszene kritisch gegenüberstehen, sollten Sie unseren Artikel bis zur letzten Zeile lesen. Vermutlich werden Sie überrascht sein. Warum das Preppen sozial ist und warum das Nicht-Preppen unsozial ist, darauf gehen wir später noch ausführlich ein. Zunächst wollen wir erklären, was es mit dem Preppen auf sich hat und warum auch Sie immer einen Notvorrat zuhause haben sollten.

Was bedeutet Prepper auf Deutsch?

Der Begriff “Prepper” stammt aus der englischen Sprache. Er wird abgeleitet von “to be prepared” und heißt auf Deutsch übersetzt “vorbereitet sein” bzw. „sich vorbereiten“. Alleine die Bedeutung des Begriffs macht klar, dass jemand, der preppt, keine Hamsterkäufe nötig hat, wenn sich eine Krise anbahnt oder ein Katastrophenfall eintritt.

Genau für solche Szenarien bereiten sich Prepper in ruhigen Zeiten vor, um es im Notfall nicht mehr kurzfristig tun zu müssen.

Auf welche Szenarien bereitet sich die Prepper-Community vor?

Worauf sich Prepper vorbereiten (sollen), darüber klärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf. Unter dem Reiter “Für alle Fälle vorbereitet” empfiehlt das BBK allen Bürgern, sich auf folgende Ereignisse vorzubereiten:

  • Starkregenfälle, Sturzfluten, Überschwemmungen
  • Pandemie
  • Stromausfall
  • Blackout
  • Großflächige Schadenslagen
  • Feuer
  • Gefahrstoff-Freisetzung
  • Krieg

Weiter geht es auf der BBK Seite unter dem Reiter “Weitere Gefahrensituationen”:

  • Starker Schneefall
  • Explosion
  • Großbrand
  • Gasleck
  • Terroristischer Anschlag

Auf genau diese Szenarien bereitet man sich unter Preppern vor. Damit darf dieser negativ konnotierte Begriff als obsolet betrachtet werden.

Wer ist Prepper?

Angesichts der Wortherkunft, der Übersetzung aus der englischen Sprache ins Deutsche und der BBK Empfehlung, private Krisenvorsorge zu betreiben, ist jeder Bürger Prepper, der sich auf diverse Schadensereignisse vorbereitet, Trinkwasser bevorratet, einen Lebensmittelvorrat aufbaut und Klopapier auf Vorrat kauft.

Spätestens nach dem Aufruf von Bundesinnenministerin Nancy Faeser am 01.05.2022, dass Bürger Notvorräte anlegen sollen, ist jeder Bundesbürger ein Prepper, der dem Aufruf der Ministerin folgt.

Der bekannteste Prepper in Deutschland ist übrigens die Bundesregierung, die im Rahmen der staatlichen Krisenvorsorge Getreide, Hülsenfrüchte, Trinkwasser, Medikamente und andere Vorräte für die Bevölkerung vorhält.

Wie viele Prepper gibt es in Deutschland?

Im Jahr 2022 gibt es laut Schätzung in Deutschland zwischen 10.000 und 200.000 Prepper. Eine offizielle Zahl, wie viele Menschen in Deutschland preppen, gibt es nicht. Anhand dieser großen Spanne ist auch klar, dass fundierte Informationen über die Prepper Szene fehlen. Eine Statistik, wie viele Menschen in Deutschland Krisenvorsorge betreiben, haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden.

Sind Prepper gefährlich?

Genauso gut könnte man fragen, ob Autofahrer, Fußballer, Wanderer oder Camper gefährlich sind. Natürlich gibt es auch in der Prepper Szene gefährliche Menschen,. Waffennarren und Kriminelle mit bösen Absichten. Aber die können Ihnen überall über den Weg laufen. In sämtlichen Lebensbereichen gibt es Menschen aller Couleur – von harmlos, über eigenartig bis hin zu gewaltbereit oder gar gefährlich.

Angst vor Preppern unbegründet!

Der Prepper bereitet sich vor, um sich in einer Krisensituation selbst versorgen zu können. Seine Krisenvorsorge ist gezielt darauf ausgelegt, in einer Gefahrenlage das Haus nicht verlassen zu müssen.

Der normale Prepper beschäftigt sich mit Themen wie:

  • Was braucht man als Prepper?
  • Welche Lebensmittel preppen?
  • Welche Konserven für den Notfall?
  • Wie kann man sich auf die Krise vorbereiten?
  • Was sollte man im Katastrophenfall zu hause haben?
  • Was kann man alles auf Vorrat kaufen?
  • Welches Verhalten in der Krise dient dem Eigenschutz?

Defensive Verteidigung statt Gewaltbereitschaft

Durchaus beschäftigen sich Prepper mit der Frage, wie man in einem Krisenfall die Chancen für das eigene Überleben deutlich steigern kann. Dazu gehört bis zu einem gewissen Grad auch das Thema Selbstverteidigung – für sich, die Familie und Vorräte.

Ob Apotheke, Getränkemarkt, Supermarkt oder privater Haushalt:

Wo Lebensmittel, Medikamente, Getränke und andere wichtige Güter vorhanden sind, kommt es in Krisenzeiten immer zu Plünderungen.

Die meisten Prepper beschäftigen sich allenfalls mit defensiver Selbstverteidigung für den absoluten Notfall, lehnen Waffengewalt und aggressives Verhalten ab. Aber sie sind – so wie alle anderen – bereit, ihr Hab und Gut zu verteidigen gegenüber Menschen, die im Krisenfall nichts haben, aber alles brauchen.

Gefährlicher sind Menschen, die nicht vorgesorgt haben

Spätestens, wenn aufgrund einer anhaltenden Krisensituation es auf den Straßen zu Unruhen und Plünderungen kommt, werden sich auch all jene, die keine Vorsorge betreiben, darüber Gedanken machen, wie sie ihre wenigen Vorräte schützen oder sogar darüber nachdenken, wie sie sich mit Gewalt etwas zu essen besorgen können.

Überleben zu wollen ist ein Instinkt, der vermutlich in jedem erwacht, sobald eine gefährliche Situation auftritt und die eigene Existenz oder die der Familie auf dem Spiel steht.

Wer nicht vorgesorgt hat, kommt eher in die Not, Essen, Trinkwasser und Arzneimittel beschaffen zu müssen, als Menschen, die auf Krisenzeiten vorbereitet sind und sich rechtzeitig mit ausreichend Vorräten eingedeckt haben.

Warum preppen sozial und nicht-preppen asozial ist

Preppen ist genau das Gegenteil von Hamsterkauf und Panikkauf. Wer preppt, baut in ruhigen Zeiten nach und nach einen sinnvollen Krisenvorrat auf, der aus Lebensmitteln, Trinkwasser, Artikel für Gesundheit & Hygiene, Hausapotheke und einem Notfallkocher besteht. Darüber hinaus beschäftigt sich die Prepperszene damit, wie man in Notzeiten möglichst gut versorgt ist, um nicht auf die wenige öffentliche Hilfe angewiesen zu sein, die ohnehin nicht für die ganze Bevölkerung ausreicht.

Jeder Prepper weiß, dass die Regierung staatliche Krisenvorsorge betreibt. Er weiß aber auch, dass die Vorräte, die von der Regierung vorgehalten werden, nicht für die gesamte Bevölkerung ausreichen und es insbesondere bei großen Schadenereignissen wie etwa der Flutkatastrophe im Ahrtal für die Rettungskräfte unmöglich ist, an allen Orten gleichzeitig Hilfe leisten zu können. Auch mit einer schnellen Notversorgung ist echt zu rechnen.

Gerade weil man sich in der Prepperszene mit dem desolaten Zustand der staatlichen Krisenvorsorge intensiv auseinandersetzt, sorgen Prepper insbesondere mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Energie vor, um sich möglichst lange ohne Hilfe vom Katastrophenschutz selbst versorgen zu können.

Prepper sind keine Hamsterkäufer

Immer wieder ist in der Presse zu vernehmen, dass es zu Hamsterkäufen kommt, sobald in den Medien über Versorgungsengpässe oder womöglich bevorstehenden Krisenereignissen berichtet wird. Im gleichen Zusammenhang wird dann auch immer wieder negativ über Prepper berichtet und kritisiert, dass eben jene Klopapier, Lebensmittel, Kerzen und anderes „horten“.

Ja, in der Prepperszene „hortet“ man diese Dinge. Aber kein (!) Prepper gerät in Panik und wird zum Hamsterkäufer, wenn zur Krisenvorsorge aufgerufen oder eine Katastrophe angekündigt wird.

Prepper sind bereits im Voraus bestens vorbereitet und legen sich gemütlich zurück, wenn der unvorbereitete Teil der Bevölkerung zu Hamsterkäufern und Panikkäufen mutiert. Sie haben nämlich alles zuhause, was gebraucht wird. Jederzeit.

Wie unterscheiden sich Prepper von Hamsterkäufern?

Hamsterkäufer reagieren situativ. Sie machen spontane Panikkäufe dann, wenn eine akute Situation eintritt. Das Einkaufsverhalten ist nicht durchdacht. Es werden in großen Mengen bestimmte Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs gehortet, wodurch eine Versorgung der Gesellschaft mit allem, was wichtig ist, gefährdet wird. Die besten Beispiele hierfür sind Babynahrung, Toilettenpapier und Nudeln.

Bei Hamsterkäufen fehlen jedoch wichtige Nahrungsmittel sowie praktische Gegenstände, die das Überbrücken von Krisenzeiten ermöglichen. Von Unmengen an Klopapier und Nudeln wird man nicht satt. Wer etliche Pakete Nudeln bevorratet, aber kein Trinkwasser oder einen Notfallkocher zur Verfügung hat, kann mit seinen Vorräten im Ernstfall nicht kochen. Außerdem werden Nahrungsmittel gehortet, die man im Alltag nicht verwertet, irgendwann das MHD überschreitet und letztlich weggeworfen werden.

Prepper bevorraten richtig & leeren keine Regale

Beim Prepppen werden über einen langen Zeitraum nach und nach haltbare Lebensmittel und andere Dinge bevorratet, mit denen die Selbstversorgung für mehrere Wochen oder Monate gewährleistet ist. Jeder Prepper achtet darauf, nur das zu bevorraten, was auch unter normalen Umständen verwertet werden kann.

In der Prepperszene stellt man sich einen sinnvollen, exakt abgestimmten Lebensmittelvorrat zusammen und kauft nur soviel, wie benötigt wird.

Eines der besten Beispiele ist das Klopapier. Haushalte die preppen, kennen ihren exakten Bedarf an allem, was überlebenswichtig ist. Sie horten garantiert keine 50 Packungen Toilettenpapier. Außerdem sind sie nicht darauf angewiesen, dann alles wichtige zu kaufen, wenn alle anderen in die Geschäfte stürmen, um sich „auf den letzten Drücker“ einzudecken.

Da gut vorbereitete Prepper ohnehin ein Platzproblem haben, wägen sie sorgfältig ab, legen ihre Vorräte sinnvoll an – von nichts zu wenig, von nichts zu viel.

Tauschmittel & gegenseitige Hilfe beim Preppen

Prepper sind so gut vorbereitet, dass sie etwas mehr Vorräte haben, als für den eigenen Bedarf notwendig. In der Prepperszene ist es völlig normal, ein paar Konserven, Tabak, Zigaretten, Kaffee usw. als Tauschmittel zur Verfügung zu haben. Auf diese Weise können Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Alkohol oder etwas anderes gegen etwas eingetauscht werden, sollte doch etwas fehlen, in zu geringen Mengen vorhanden sein, etwas kaputt gehen oder Hilfe benötigt werden.

Auch Hilfsbereitschaft ist in der Prepperszene ein Thema. Viele Prepper, die mitbekommen, dass in der Nachbarschaft Not herrscht, beziehen klar Stellung: Wenn es an etwas mangelt, kann ausgeholfen werden.

Fazit: Prepper sind weder Spinner noch Egoisten

Ungeachtet der Tatsache, dass es in jeder gesellschaftlichen Schicht Spinner, Verschwörungstheoretiker, Egoisten und Gewalttäter gibt, treffen diese pauschalen Aussagen auf Prepper nicht mehr oder weniger zu, als auf alle anderen Teile der Gesellschaft. Vielleicht sind Prepper im Krisenfall sogar diejenigen, die anderen das Überleben retten. Denn Prepper sind nicht oder zumindest deutlich weniger auf staatliche Krisenvorsorge angewiesen als jene, die den Aufruf der Bundesregierung zur Vorsorge verhöhnen und ignorieren, aber im Notfall nichts zu essen für sich und ihre Familien haben.

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