Hygiene in Krisenzeit: Seife und Waschlappen

Hygiene in Krisenzeiten

Hygiene in Krisenzeiten
Eine sehr wichtige Frage bei der Krisenvorsorge dreht sich um Hygiene in Krisenzeiten. Hier und da liest bzw. hört man, dass im Krisenfall egal sei, ob man “müffele” und man im Notfall auf Körperpflege verzichten könne. Theoretisch ist dies richtig. Im Notfall ist unangenehmer Körpergeruch das kleinste Problem.

In der Realität sieht dies jedoch anders aus: Gerade in Krisenzeiten ist Körperhygiene elementar, um Krankheiten, Parasiten, Zahnschmerzen und Seuchen zu verhindern. Vor allem, wenn es zu länger anhaltender Unterbrechung der Wasserversorgung kommt oder man wegen einer großen Katastrophe das Zuhause verlassen muss, ist funktionierende Hygiene in Krisenzeiten eine der wichtigsten Maßnahmen, die zu ergreifen ist.

Es macht einen Unterschied, ob Sie Hygieneartikel für zuhause vorhalten oder auch vorsorgen wollen, falls Sie Ihr sicheres Zuhause verlassen müssen. Deshalb gehen wir in unserem Ratgeber “Hygiene in Krisenzeiten” auf verschiedene Szenarien ein – Körperpflege indoor und Outdoorhygiene.

Krisenvorsorge Körperhygiene: So gelingt Hygiene in Krisenzeiten

Zuhause steht zur Körperhygiene alles zur Verfügung, was gebraucht wird: Leitungswasser, Zahnpasta, Duschgel, Badeschaum, Shampoo, frisch gewaschene Handtücher, Damenhygiene, Rasierer, Rasierschaum usw.

Beachten Sie jedoch: Die Fortsetzung der täglichen Körperhygiene wie wir sie heute praktizieren, ist von Strom und Leitungswasser abhängig. Wenn in Krisenzeiten die Stromversorgung und/oder die Wasserversorgung ausfällt oder Outdoorhygiene notwendig wird, müssen Sie in einem solchen Notfall mit viel weniger auskommen und sollten aus triftigen Gründen andere Hygieneprodukte verwenden.

Im Wesentlichen lässt sich durch wenige Dinge ausreichende Hygiene in Krisenzeiten gewährleisten: Sauberes Wasser, Seife, Waschlappen, Trockenshampoo. Deshalb sollten Sie bei der Krisenvorsorge daran denken, genau diese Hygieneprodukte auf Vorrat zu halten.

Wichtig ist aber auch, dass Sie sich damit auseinandersetzen, wie sich damit im Notfall Körperhygiene aufrecht erhalten lässt. Denn je nach Krisenszenario fehlt Ihnen das Wichtigste:

Fließendes sauberes Wasser!

Verabschieden Sie sich vom Gedanken, dass bei einem größeren Krisenfall sauberes Trinkwasser aus der Leitung kommt und dass Sie wie gewohnt einfach nur den Wasserhahn aufdrehen und sich duschen oder ganz normal die Zähne putzen können. Beachten Sie dazu unbedingt unsere Ausführungen zu Legionellen, auf die wir am Ende des Ratgebers ausführlich eingehen.

Halten Sie sauberes Trinkwasser & Brauchwasser vor

Grundsätzlich sollten Sie neben Trinkwasser als Durstlöscher und zur Zubereitung von Nahrung auch für die Hygiene in Krisenzeiten stets einen ausreichenden Wasservorrat vorhalten. Pro Person und Tag empfehlen wir mindestens 3 Liter Wasser. Der Vorrat sollte auf mindestens 2 Wochen ausgelegt sein. Solange soll es laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz (BBK) dauern, bis staatliche Krisenvorsorge anrollt sowie Infrastruktur wieder hergestellt sein soll. Verlassen Sie sich nicht darauf! Hier finden Sie alle Ratgeber zum Thema Trinkwasser.

Für Körperpflege Wasser einlagern

Indem Sie stilles Trinkwasser in Wasserflaschen oder Wasserkanistern einlagern, haben Sie zumindest für die Basis-Körperpflege Wasser zur Verfügung. Je nach Ausmaß des Szenarios sind relativ schnell vorhandene Wasservorräte aufgebraucht.

Mit Trinkwasserfilter selbst sauberes Wasser gewinnen

Zur Vorsorge bietet es sich an, zusätzlich einen Wasserfilter für die Aufbereitung von Wasser in die Krisenausrüstung zu integrieren. Ist der Wasservorrat aufgebraucht oder mussten Sie in Eile das Haus verlassen, sind Sie in der Lage, mit einem Trinkwasserfilter aus der Natur Wasser zu entnehmen, dieses aufzubereiten und damit Outdoor Körperhygiene zu betreiben.

Auch, wenn Sie Ihr schützendes Zuhause nicht verlassen müssen, gehen Sie sparsam mit Ihren Wasservorräten um.

Für zuhause gewohnte Pflegeartikel vorhalten

Die Hygiene in Krisenzeiten zuhause aufrecht erhalten zu können, ist relativ einfach. Halten Sie gewohnte Produkte für Körperreinigung und Körperpflege auf Vorrat. Dazu gehört alles, was von Ihrer Familie benötigt wird: Zahnputzzeug, Rasierzeug, Damenhygiene, Shampoo, Duschgel, Toilettenpapier, Waschpulver, Hygieneprodukte für Baby bzw. Kleinkind sowie ältere Kinder. Solange zuhause die Wasserversorgung gewährleistet ist, können Sie ganz normales Duschgel und Shampoo für Körperreinigung und Haarwäsche verwenden.

Fällt das Leitungswasser aus, so dass Sie auf Ihre eingelagerten Wasservorräte zurückgreifen müssen, verändern Sie sofort Ihre normale Körperhygiene und wechseln Sie Ihre Hygieneprodukte.

Zeichnet sich ab, dass die Wasserversorgung zum Erliegen kommt, fangen Sie noch schnell möglichst viel Trinkwasser in geeignete Gefäße auf: Eimer, Wasserkanister, Deckel mit Topf, weitere abdeckbare Behälter.

Mit Wasserkanister & Micropur forte sauberen Wasservorrat haben

Die wichtigsten Produkte für Hygiene in Krisenzeiten

Es ist relativ unerheblich, ob Sie sich innerhalb indoor oder outdoor Hygiene in Krisenzeiten praktizieren müssen, gibt es neben weiteren Hygieneprodukten vor allem drei Dinge, die unbedingt in Ihrem Krisenvorrat enthalten sein sollten:

Seife, Waschlappen, Trockenshampoo.

Diese drei Reinigungsprodukte sind perfekt zur Hygiene in Krisenzeiten, wenn nur wenig Wasser zur Verfügung steht. Worauf Sie bei diesen Dingen achten sollten und warum wir ausgerechnet diese empfehlen, verraten wir Ihnen nachfolgend.

Einmal Waschhandschuh - für Körperhygiene mit wenig Wasser

Krisenvorsorge Körperhygiene: So gelingt Hygiene in Krisenzeiten

Grundsätzlich sollte sparsam mit dem kostbaren Gut Wasser umgegangen werden. Dafür sind Waschlappen, Seife sowie Trockenshampoo perfekt geeignet. Mit nur wenig sauberem Wasser kann man den gesamten Körper reinigen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie richtige Hygieneprodukte vorhalten, die insbesondere in Notzeiten auch ihren Sinn erfüllen.

Einmal-Waschlappen statt Stoff-Waschhandschuh

Sollte es soweit kommen, dass Sie Hygiene in Krisenzeiten betreiben müssen, funktioniert das Wäsche waschen mit der Waschmaschine nicht mehr. Verwenden Sie deshalb Einmal-Waschhandschuhe. Diese Waschlappen sind für einmalige Verwendung vorgesehen. Damit können Sie jederzeit Katzenwäsche machen.

Erhältlich sind Einmal-Waschhandschuhe günstig im 50er Pack, 100er Pack, 1000er Pack, haben nur wenig Gewicht und lassen sich somit problemlos im Fluchtrucksack mitnehmen.

Der Vorteil der Einmal Waschhandschuhe: sie müssen nicht gewaschen werden. Nach dem Gebrauch müssen die Einmal Waschlappen nicht entsorgt werden. Man kann sie an der Luft trocknen, später als Anzündhilfe für ein Lagerfeuer nutzen, wenn man outdoor unterwegs ist. Taugt übrigens auch als Ersatz für Klopapier – aber nur im Outdoorbereich!

Seife statt Duschgel für Hygiene in Krisenzeiten

Verwenden Sie im Notfall kein Duschgel. Duschgel lässt sich nur schlecht mit wenig Wasser von der Haut abwaschen. Um bei der Notfall-Hygiene Wasser einzusparen, eignet sich eine natürliche Seife viel besser.

Hinweis: Wir empfehlen natürliche Seife nicht deshalb, weil sie natürlich abbaubar ist. Bei einer Trekkingtour macht es zwar Sinn, auf natürlich abbaubare Reinigungsmittel zu achten. Bei der Hygiene in Krisenzeiten geht es viel mehr darum, die Haut schonend zu reinigen ohne hohen Wasserbedarf.

Auch auf Industrieseife sollten Sie verzichten. Stattdessen empfehlen wir eine 40 % Alepposeife. Diese Naturseife vereint mehrere Vorteile in sich – insbesondere bei der Hygiene in Krisenzeiten. Aber auch, weil sie bei Entzündungen, zur Insektenabwehr und zur Zahnpflege genutzt werden kann.

Alepposeife – mehr als nur Körperpflege in Krisenzeiten

Falls Sie bisher noch keine Alepposeife kennen, stellen wir dieses besondere Seifenstück mitsamt seinen Vorzügen kurz vor – denn diese Seife ist weit mehr, als nur ein Stück Seife! Alepposeife ist von verschiedenen Herstellern und Marken erhältlich. Alle sind super, unterscheiden sich jedoch immer in ihrer Zusammensetzung, was die Inhaltsstoffe anbetrifft.

Beachten Sie: Kaufen Sie nur (!) Alepposeife 40 %. Vor allem die 40-prozentige Seife weist die besten Eigenschaften auf, die Sie sich bei der Notfall-Hygiene zu Nutzen machen können.

Vorteile dieser Seife gegenüber anderen Reinigungsprodukten

40%-ige Alepposeife besteht aus 60 % Olivenöl und 40 % Lorbeeröl. Das Olivenöl pflegt die Haut, das Lorbeeröl wirkt desinfizierend, anti-fungizid, juckreizlindernd. Zudem hält der intensive Geruch von Lorbeeröl Insekten und Mücken fern.

Dies sind einige Anwendungsmöglichkeiten:

  • Zähne putzen
  • Haare waschen
  • kleine Wunden desinfizieren
  • bei Neurodermitis anwenden
  • zur Rasierseife aufschäumen
  • Anwendung zur Insektenabwehr
  • Linderung von Juckreiz
  • Wundbehandlung bei Blasen an den Füßen
  • Behandlung bei Fußpilz
  • Inhalation bei Asthma
  • für Babys, Kleinkinder & ältere Kinder geeignet

Das Beste bei dieser Seife zur Hygiene in Krisenzeiten: Anders als Duschgel oder herkömmliche Industrieseife muss Alepposeife nicht vollständig von der Haut abgewaschen werden. Dies hilft enorm dabei, kostbares Wasser einzusparen.

Ein weiterer Vorteil gegenüber Duschgel und anderen Seifen – sie enthält kein Silikon und keine anderen Füllstoffe. Beim Waschen der Haut legt sich kein Film auf die Haut. Silikonfilm auf der Haut kann bei starkem Schwitzen Pickel und Entzündungen verursachen.

Somit eignet sich Alepposeife insbesondere bei Hautproblemen sowie für Menschen, die zu Hitzepickeln oder generell zu Pickeln oder allergischen Reaktionen der Haut neigen.

Sehr gute Seife in Notzeiten

Erhältlich sind die Seifen meist in 200 g oder 400 g Blöcken. Je älter die Seife, desto sparsamer lässt sie sich anwenden. Hier im Bild sehen Sie ein noch relativ frisches Seifenstück. Erkennbar darin, dass der Seifenkern noch hellgrün ist. Je länger die Seife gelagert wird, desto dunkler wird auch der Kern und umso ergiebiger wird die Körperseife.

Um die Reifung zu beschleunigen, können Sie die Seife teilen. Dann lässt sich selbst ein großes Seifenstück besser in das Fluchtgepäck aller Familienmitglieder aufteilen.

Alepposeife zur Hygiene in Krisenzeiten richtig anwenden

Diese Seife sowie die Einmal-Waschlappen sind eine perfekte Kombination, um im Notfall die Haut zu reinigen oder bei Hautproblemen für Linderung zu sorgen.

Haut reinigen mit wenig Wasser

Die meisten Seifen müssen mit relativ viel Wasser aufgeschäumt werden, um Reinigungsleistung zu entfalten. Bei diesem Seifenstück reicht es völlig aus, wenn Sie den Einmal-Waschlappen leicht befeuchten, mit der Seife über die Oberfläche reiben, anschließend die Haut abreiben. Um Seifenreste von der Haut abzuwaschen, gießen Sie etwas sauberes Wasser über einen zweiten Waschlappen, um damit den Körper ein zweites Mal abzureiben.

Anwendung bei Hautproblemen, zum Insektenschutz & bei Insektenstichen

Geben Sie ein paar Tropfen sauberes Wasser auf das Seifenstück. Reiben Sie mit der benässten Seife über die betroffenen Hautstellen bzw. über den gesamten Körper, um sich vor Insekten zu schützen.

Hinweis: Bei offenen Hautstellen (z.B. Neurodermitis) oder kleinen Wunden brennt Alepposeife. Dies ist dem 40-prozentigen Anteil an desinfizierendem Lorbeeröl geschuldet. Das Brennen hört nach wenigen Minuten auf, kann aber insbesondere bei Juckreiz und Entzündungen für schnelle Linderung sorgen.

Haarpflege in Krisenzeiten

Im Notfall können Sie mit Lorbeerölseife Haare waschen. Dies sollten Sie nur machen, wenn sonst keine bessere Lösung besteht. Das beste Ergebnis lässt sich allerdings mit herkömmlichen Shampoo für die Haarwäsche erzielen, insofern genügend sauberes Wasser für die Hygiene in Krisenzeiten zur Verfügung steht.

Nachteile des Haarewaschens im Outdoor-Bereich

Haarwäsche benötigt generell viel Wasser. Insbesondere im Winter ist das Haare waschen im Outdoorbereich aufgrund der Kälte äußerst unangenehm und kann Erkältung begünstigen.

Haarpflege mit Trockenshampoo

Eine sehr gute Alternative für die Haarreinigung bietet Trockenshampoo. Es handelt sich um ein Spray, welches ins trockene Haar eingesprüht und verteilt wird. Trockenshampoo macht das Haar wieder kämmbar, wirkt entfettend, neutralisiert unangenehmen Geruch.

Die Wirkung von Trockenspray einer guten Marke ist sehr zuverlässig und kann bei der Hygiene in Krisenzeiten mehrere Wochen helfen. Es wird etwa alle 4-5 Tage angewandt oder bei Bedarf.

Aufgrund mehrmonatiger Bettlägerigkeit hat ein Redaktionsmitglied von Krisenvorsorge-Ratgeber.de auf Trockenspray für Haare zurückgreifen müssen.

Das Ergebnis war – notgedrungen – völlig in Ordnung!

Trockenshampoo ist in kleinen Flaschen sowie in großen Sprühdosen erhältlich. Es lohnt sich, auf ein gutes Produkt zu setzen. Das bekannteste ist Batiste Trockenshampoo. Ebenfalls empfehlenswert ist Nivea Trockenshampoo.

Mit Babypuder oder Roggenmehl Haare waschen

Zwei günstige Alternativen zum Trockenshampoo sind Babypuder bzw. Roggenmehl. Beides lässt sich einfach in das trockene Haar einmassiert, anschließend ausbürsten. Puder bzw. Mehl nimmt Fett auf, sorgt so für eine halbwegs gute Reinigung des Haares.

Zwar ist die Reinigung mit Trockenshampoo etwas besser, dafür ist eine Packung Babypuder oder Mehl günstiger, wenn das Budget für Krisenvorsorge knapp bemessen ist.

In Krisenzeiten lange Haare schneiden

Roggenmehl sowie Trockenshampoo wirken gut, zumal für die Reinigung der Haare kein Wasser benötigt wird. Grundsätzlich ist zu überlegen, ob langes Haar abgeschnitten werden sollte, wenn sich längere Krisenzeiten anbahnen. Die Pflege von kurzem Haar ist immer leichter und verbraucht weniger Hygieneartikel, als die Pflege von langem Haar.

Zahnhygiene in Krisenzeit

Wenn es soweit kommt, dass normale Mundhygiene zuhause nicht mehr möglich ist, wird ausreichende Mund- und Zahnhgyiene um so wichtiger. Weil davon auszugehen ist, dass es keine Möglichkeit mehr für einen Zahnarztbesuch im Notfall gibt.

Zahnprobleme und Zahnschmerzen sind unbedingt zu verhindern!

Halten Sie ausreichend Zahnpasta und Zahnbürsten vorrätig. Selbst mit wenig Wasser lassen sich damit Zähne putzen. Zwar wird für die Outdoorhygiene Zahnreinigung mit Miswakzweig empfohlen. Den gibt es hierzulande aber nicht.

Sollten alle Stricke reißen, Ihr Vorrat für Mund- und Zahnhygiene zu Ende gehen, kauen Sie auf dünnen Haselnusszweigen, bis der Zweig fasrig wird und zwischen die Zahnlücken passt.

Hier sei nochmals Alepposeife in Erinnerung gerufen. Damit kann man Zähne putzen! Zumindest aber den Mund ausspülen. Auch eine Zahnspülung hilft, um Mundhygiene aufrecht zu erhalten. Im Fluchtrucksack ist Mundspülung wegen Gewicht und Platz eher ungeeignet.

Speziell für den Outdoorbereich gibt es Zahnpflege-Tabletten. Auch Zerbeißen von Kohle (verbranntes Holz) reinigt Mund und Zähne.

Wie oft Outdoor-Hygiene betreiben?

Bis vor wenigen Jahrzehnten war es üblich, nur einmal die Woche zu baden oder zu duschen – außer man übte einen Beruf aus, bei dem man wirklich dreckig wurde. Der Rest wurde durch tägliche Katzenwäsche erledigt.

Outdoorhygiene kann in der wärmeren Jahreszeit täglich durchgeführt werden, wenn ein sauberer See oder ausreichend sauberes Wasser zur Verfügung steht. Dies ist sinnvoll, da man im Sommer mehr schwitzt und Schweiß Bakterienbildung begünstigt.

Spätestens im Winter ist tägliches Baden kaum machbar. Temperaturbedingt ist wahrscheinlich nur noch Katzenwäsche möglich. Diese sollte täglich, spätestens alle zwei Tage durchgeführt werden. Zahnreinigung 2 mal täglich, Haarpflege alle drei bis vier Tage. Der Intimbereich sollte unabhängig vom Wetter mindestens einmal täglich gereinigt werden.

Für zwischendurch reicht auch Händedesinfektion bzw. ein Feuchttuch nach dem Toilettengang. Zur Reinigung des Intimbereichs bzw. der Schleimhäute sollten keine Feuchttücher bzw. Desinfektionsmittel verwendet werden. Dies begünstigt Entstehung von Pilz.

Damenhygiene im Notfall

Frauen sollten stets ausreichenden Vorrat an Tampons oder Binden für die Monatshygiene vorrätig halten. Weder das eine, noch das andere lässt sich wirklich ersetzen. Tendenziell sind Tampons für die Hygiene in Krisenzeiten etwas besser geeignet, da Tampons den Intimbereich besser vor Feuchtigkeit, somit auch vor Pilz schützen.

Toilettengänge in der Krise

Fallen Strom und Wasser aus, funktioniert das Klo nicht mehr. Eine Notfalltoilette im Eigenheim ist sinnvoll. Kommt es soweit, dass man das schützende Zuhause verlassen muss, kann man kleines sowie großes Geschäft in der Natur erledigen. Dies sollte immer mit Abstand zum Schlafplatz bzw. zur Unterkunft passieren. Hinterlassenschaften sollten vergraben werden. Vor allem Produkte für die Damenhygiene. Der Geruch von Blut lockt Wildtiere an.

Tipps für Besitzer im Eigenheim zur Hygiene in Krisenzeiten

Wer ein Eigenheim mit Garten besitzt, kann gut vorsorgen. Regenwasser lässt sich auffangen, mit Solarenergie aufwärmen, mit einer Gartendusche bzw. Campingdusche wird die Hygiene in Krisenzeiten zum Kinderspiel. Aufgefangenes Wasser lässt sich mit einem Mittel zur Trinkwasseraufbereitung haltbar machen.

Vorsicht: Legionellen in der Wasserleitung!

Eine oft unterschätzte Gefahr ist darin zu sehen, wenn es aufgrund eines längeren Stromausfalls oder Blackouts nicht mehr möglich ist, dass Leitungswasser zu erhitzen. Fallen Heizung bzw. Boiler aus, können sich in der Wasserleitung Legionellen bilden. Diese Wiederrum können schwere Erkrankungen wie Legionärskrankheit oder Pontiac-Fieber verursachen. In der Folge kann es zu diversen gesundheitlichen Beschwerden kommen, die von Bauchschmerzen, Durchfall, Verwirrtheitszuständen bis hin zu schwerer Lungenentzündung und tödlichem Verlauf reichen können.

Die Gefahr von Legionellen in der Wasserleitung steigt, wenn eine Wasserleitung länger nicht genutzt oder die Temperatur unter 50°C sinkt. Ist dauerhaft die Warmwassertemperatur auf mindestens 60°C eingestellt, lässt sich Bildung von Legionellen in der Wasserleitung recht zuverlässig verhindern.

Kommt es jedoch zum anhaltenden Stromausfall, wodurch das Leitungswasser nicht mehr ausreichend temperiert werden kann, steigt das Risiko für Legionellen massiv an.

Legionellen werden per Tröpfchen übertragen!

Um risikolos Hygiene in Krisenzeiten betreiben zu können, gilt äußerte Vorsicht bei Verwendung von Leitungswasser. Haben sich in der Wasserleitung Legionellen gebildet, ist äußerte Vorsicht geboten. Wird der Wasserhahn oder die Brause der Dusche aufgedreht, verteilen sich feine Wassertropfen, welche den Legionellen-Erreger enthalten. Diese werden durch das fließende Wasser in die Luft verteilt und währenddessen über die Atemwege aufgenommen. Es kann also eine Infektion mit Legionellen stattfinden, ohne überhaupt das Leitungswasser getrunken, berührt oder für die Körperhygiene verwendet zu haben!

Die Infektion findet auch über Einatmen des bakterienhaltigen Wassers als Aerosol statt.

Falls Sie Ihr Leitungswasser länger nicht haben laufen lassen oder es konnte vor Gebrauch nicht auf mindestens 60 °C erhitzt werden, sollten Sie kein Leitungswasser laufen lassen und auch nicht verwenden!

Erst, wenn Sie das Leitungswasser ausreichend erhitzen und den Wasserhahn wenigstens 3 Minuten laufen lassen, sind die Legionellen abgetötet und aus der Leitung gespült.

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