Hochwasser: Was tun, wenn Hochwasseralarm ist?
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Hochwasser ist eine Naturgewalt, deren Gefahr immer wieder unterschätzt wird und Menschenleben fordert. Das Jahrhundertwasser im Juli 2021 hat dies in aller Deutlichkeit gezeigt. Tagelang bestimmt die Hochwasserkatastrophe die Nachrichten. Das Ausmaß dessen, was Videos und Fotos aus den großflächigen Krisengebieten zeigen die zerstörerische Kraft des Wassers.

Mit unserem Ratgeber “Hochwasser” möchten wir Sie umfassend informieren, wie Sie sich im Rahmen der Krisenvorsorge auf solch eine Naturkatastrophe vorbereiten und bei einer Hochwasserflut richtig verhalten können.

In diesen Ratgeber fließen nicht nur allgemeine Informationen zur Krisenvorsorge ein, sondern vor allem auch wichtige Informationen, die im Zusammenhang des Jahrhunderthochwassers in den Medien von Experten der Feuerwehr, des THW und dem Katastrophenschutz an die Bürger gegeben wurden, wie sie sich bei Hochwasser verhalten sollen, um sich selbst nicht zu gefährden und die Rettungskräfte nicht zu behindern.

Jahrhunderthochwasser im Juli 2021 – ungeahntes Ausmaß

Im Juli 2021 ist Land unter. Am schlimmsten betroffen sind Bad Neuenahr / Ahrweiler, Blessem und Erftstadt in NRW. Mehr als 150 Menschen verloren bei diesem Jahrhunderthochwasser ihr Leben, viele Menschen vermisst. Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 zeigt, wie schrecklich ein Hochwasser sein kann. Tausende Autos wurden weggespült, Bäume entwurzelt. Sogar Wohnwagen mit Vorzelten wurden von der Flut erfasst, trieben durch den reißenden Wasserstrom, bis sie irgendwo zerschellten.

Hochwasser zerstört ganze Dörfer

Das Ausmaß bei diesem Hochwasser ist ungeahnt. Vermutlich auch deshalb, weil Nordrhein-Westfalen durch den Kohleabbau unterirdisch durchlöchert ist, wie ein Schweizer Käse. Trotz Rekultivierung bleiben über Jahrzehnte die Böden instabil. Dennoch werden diese Flächen besiedelt, obwohl sogenannte Bergbaufolgelandschaften Ewigkeitslasten sind. Ohne massives Eingreifen wie zum Beispiel ständiges Pumpen des Grundwassers wären Nutzung, Bebauung und Besiedelung solcher Flächen gar nicht erst möglich.

Das Jahrhunderthochwasser 2021 macht diese gefährliche Situation deutlich:

Landstraßen unter Wasser, ganze Straßen wurden verschlungen, Autobahnen unterspült, Brücken zusammengebrochen. Die unbändigen Wassermassen ließen Dämme brechen, rissen sogar ganze Häuser mit sich. Die Flut verursachte Erdrutsche und hinterlässt riesige Krater, wo kurz zuvor noch Felder und Wohnsiedlungen waren.

Bevölkerung von der Versorgung abgeschnitten

Jene Menschen, deren Häuser nicht von der Flut weggerissen wurden und die nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten, sitzen abgeschnitten von jeglicher Versorgung in ihren Häusern und Wohnungen fest. Unzählige Menschen verloren durch das Hochwasser innerhalb kürzester Zeit ihr Zuhause, ihr gesamtes Hab und Gut. Einigen von ihnen bleibt nur das, was sie am Leib hatten – Schlafanzug oder Nachthemd.

Warnsysteme und Katastrophenschutz nur bedingt verlässlich

Einmal mehr zeigt das Hochwasser 2021, wie wenig wir auf Katastrophen vorbereitet sind und dass staatliche Warnsysteme sowie der Katastrophenschutz alleine nicht reichen, wenn ein solches Ereignis eintritt.

Fakt ist: Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren den Katastrophenschutz massiv vernachlässigt und zurückgefahren. Lesen Sie hierzu auch unsere beiden Artikel „Zivilschutz – wie viel Schutz kann die Regierung leisten?“ und „Bevölkerungsschutz – reicht Krisenvorsorge der BRD?„.

Die Frage nach der Schuld – dafür ist jetzt keine Zeit!?

Doch! Genau jetzt ist die richtige Zeit dafür! Denn jetzt stehen unzählige Menschen vor den Folgen der Katastrophe, dessen Ausmaße hätten vermieden werden können. Jetzt trauern Angehörige um die Opfer der Flutkatastrophe. Niederschlagsmengen von 200 Liter pro Stunde waren bekannt. Mit einigen Stunden Vorlaufzeit hätten Menschenleben gerettet werden können. Wann gibt es einen passenderen Moment als jetzt, um Fehler zu analysieren und Wiederholung zu vermeiden!?

Hindert es die Aufräumarbeiten, wenn Verantwortliche in Politik und Verwaltung sich jetzt mit der Frage nach der Verantwortung befassen? Jene, die jetzt vor Ort sind und die Drecksarbeit erledigen, sind doch nicht jene Entscheidungsträger, die am Schreibtisch sitzen.

Installieren Sie diese WarnApps

In Deutschland, Österreich sowie in der Schweiz stehen Warnapps zur Verfügung, die Sie sich kostenlos auf Ihr Smartphone laden können:

  • Warnapp NINA (Deutschland)
  • Warnapp KATWARN Österreich/Austria Download
  • Warnapp Alertswiss Schweiz Download

Der Deutsche Wetterdienst bietet darüber hinaus die App DWD WarnWetter an. Laden Sie sich die Apps auf Ihr Smartphone und helfen Sie auch Ihren älteren Verwandten, solche Apps zu installieren. Aber Sie sollten sich nicht ausschließlich auf die Warnapps verlassen, sondern sich bei kritischer Wetterlage unbedingt auch über Radio und TV über die Entwicklung des Wetters informieren.

Feuerwehrsirene heult – schalten Sie das Radio ein!

Vor einigen Jahrzehnten kannten alle Bürger die unterschiedlichen Warntöne der Sirene, welche die Zivilbevölkerung im Katastrophenfall schützen soll. Zudem sind die Feuerwehren bei akuter Gefahrenlage – auch nachts – durch die Orte gefahren, um mit Lautsprecher-Durchsagen die Bevölkerung zu warnen. Heute beschränkt sich das Aktivieren der Sirenensignale meist nur noch auf den Probealarm.

Die Feuerwehr Seester schreibt auf ihrer Internetseite:

Warnung der Bevölkerung bei Großschadenslagen
1 Minute auf- und abschwellender Heulten: Lokalradio einschalten und auf Infos achten

Quelle: https://www.feuerwehr-seester.de/seite/244352/sirenensignale.html

Die Gefahren von Hochwasser im Überblick

Bei einem Hochwasser geht es nicht nur um die materiellen Schäden, die zu beklagen sind. Ganz konkret birgt jede Überschwemmung zahlreiche weitere Gefahrenquellen, die unterschätzt werden.

  • Flut reißt alles mit sich – Menschen, Autos, Bäume, Häuser, Gas- und Benzintanks, Gasflaschen.
  • Kontamination von Hochwasser durch Heizöl und Benzin – Explosionsgefahr!
  • Durch Wasser im Haus besteht Lebensgefahr durch Stromschlag.
  • Energieversorger müssen Strom und Gas abschalten.
  • Heizen, Versorgung mit Licht, kochen und backen nicht mehr möglich.
  • Kommunikation per Telefon und Handy abgeschnitten.
  • Kläranlagen sind genau betroffen, Trinkwasserversorgung ist nicht mehr gewährleistet.
  • Im Hochwassergebiet sind Lebensmittelgeschäfte geschlossen.
  • Keine medizinische und pharmazeutische Versorgung im Krisengebiet möglich.
  • Banken sind geschlossen, Bankautomaten funktionieren nicht mehr.

Im schlimmsten Fall bricht die gesamte Infrastruktur zusammen, wodurch es selbst Rettungskräften kaum mehr möglich ist, Betroffene zu retten und Menschen in Häuser und Wohnungen mit dem Notdürftigsten aus der staatlichen Krisenvorsorge zu versorgen!

Wie kann man sich auf Hochwasserkatastrophe vorbereiten?

Um sich, Ihre Familie und Ihren Besitz vor Hochwasser schützen zu können, ist zwischen allgemeiner Krisenvorsorge (die jederzeit empfehlenswert ist) und Schutzmaßnahmen bei akuter Hochwasserwarnung zu unterscheiden.

Hochwasser kommt nicht überraschend, aber wenn das Wasser kommt, kommt es schnell.

Es ist unverzichtbar, bei drohendem Hochwasser sofort Vorbereitungen zu treffen, um sich keinen unnötigen Gefahren auszusetzen.

Nehmen Sie JEDE Hochwasserwarnung ernst, handeln Sie schnell und richtig!

Wie kommt es zu Hochwasser?

Hochwasser ist dann zu befürchten, wenn anhaltender Starkregen oder Schneeschmelze den Wasserpegel in Flüssen und Seen schnell ansteigen lässt oder es an den Küsten zu einer Sturmflut kommt. Hochwasserschutz ist nur bedingt möglich, da Deiche, Regenrückhaltebecken und Hochwasserrückhaltebecken nur gewisse Wassermassen aufhalten können.

Regelmäßig über Hochwasserwarnung informieren

Hält Starkregen an oder steht nach massivem Schneefall wegen raschem Temperaturwechsel Schneeschmelze an, verfolgen Sie täglich den Wetterbericht. Akute Hochwasserwarnung wird von Lokalpresse, Lokalradio und lokalen TV-Sendern herausgegeben. Lassen Sie deshalb Radio oder Fernseher laufen.

Leben Sie in einem hochwasserbedrohten Gebiet in der Nähe von einem Fluss, einem größeren See oder in einem Tal, rufen Sie mehrfach täglich die Pegelstände in Ihrer Region ab. So erfahren Sie schnell, wenn der Wasserstand die kritische Marke erreicht und mit Überschwemmung zu rechnen ist.

Die können Sie im Internet beispielsweise mit dem Suchbegriff

Hochwasser Pegelstand

tun oder gezielt hier die überregionale Hochwasserwarnung auf www.hochwasserzentralen.de abrufen.

Nehmen Sie die Hochwasserwarnung ernst und beginnen Sie sofort mit wichtigen Maßnahmen, die Ihr Leben retten können.

Was muss ich bei Hochwasserwarnung tun?

Welche Vorkehrungen Sie bei drohendem Hochwasser (noch) treffen können, hängt maßgeblich von der eigenen Situation und der verbleibenden Zeit ab. Generell steht Eigenschutz vor dem Schutz materieller Güter!

Im schlimmsten Fall bedeutet dies, dass Sie Wohnung oder Haus binnen weniger Minuten verlassen müssen. Doch häufig bleibt Anwohnern in einem Hochwassergebiet etwas Zeit, um Vorbereitungen auf die Flut treffen und den Umfang materieller Schäden zumindest reduzieren zu können.

Verlassen Sie Ihre Wohnung, wenn Sie im Risikogebiet wohnen

Die Rettung von Menschen aus Hochwassergebieten gestaltet sich als extrem schwierig. Das reißende Hochwasser sorgt nicht nur für flächendeckende Überschwemmungen, sondern spült entwurzelte Bäume, Autos, Transporter, Straßenschilder, Container, Gartenhäuser, Garagen, sogar ganz Gehäuse in das Hochwassergebiet. Zufahrtsstraßen werden weggespült oder sind blockiert, sodass Hochwasseropfer häufig nur noch per Hubschrauber gerettet werden können.

Wenn möglich, verlassen Sie frühzeitig das Hochwassergebiet und nutzen Sie jede Gelegenheit, sich woanders in einem sicheren Gebiet einzuquartieren:

  • im Gartenhaus
  • im Auto
  • im Wohnmobil
  • bei Verwandten
  • bei Freunden
  • bei Bekannten

Alles ist besser, als im eigenen Haus oder in der Wohnung zu ertrinken oder auf dem Dach zu sitzen und auf die Rettung aus der Luft warten zu müssen. Schicken Sie Ihre Kinder nicht in die Kita und in die Schule, wenn es eine akute Hochwasserwarnung gibt.

Retten Sie Ihr Auto vor Hochwasser

Für erfahrene Camper, die auf einem Campingplatz in Flussnähe ihren Wohnwagen stehen haben, gehört es zum Alltag, regelmäßig Wetterberichte zu hören und sich über die Pegelstände zu informieren, um rechtzeitig den Wohnwagen abzuziehen und vor Hochwasserschäden zu schützen. Machen Sie es auch so!

Falls möglich, bringen Sie Ihr Auto, Ihren PKW Anhänger sowie Ihren Wohnwagen in ein höher gelegenes Gebiet – insofern Ihnen genug Zeit dafür bleibt. Bei drohendem Hochwasser kann es sein, dass der Betrieb der öffentlichen Verkehrsmittel eingestellt wird. Dies ist beim Rückweg nach Hause zu bedenken. Nehmen Sie notfalls Ihr Fahrrad mit, damit Sie schnell wieder zuhause sind.

Möbel und Elektrogeräte vor Hochwasser schützen

Sofern Sie die Möglichkeit haben, schaffen Sie teure Möbel, Elektrogeräte und Wertgegenstände in ein höher gelegenes Stockwerk oder stapeln Sie diese aufeinander, damit Sie wenigstens einen Teil Ihrer Einrichtung retten können.

Wohnen Sie in einem Mietshaus in einer der unteren Etagen, bringen Sie Ihre Sachen auf den Dachboden oder fragen Sie andere Mieter in den oberen Etagen, ob Sie dort ein paar Sachen unterstellen dürfen.

Packen Sie eine Notfalltasche oder einen Notfallrucksack!

Droht eine Hochwasserkatastrophe, sollten Sie eine Notfalltasche bzw. in einen Notfallrucksack packen. Knoten Sie alles mehrfach in Mülltüten ein, damit die Sachen wassergeschützt sind.

Das gehört zumindest in den Fluchtrucksack:

  • wichtige Unterlagen (z. B. Geburtsurkunden, Versicherungsunterlagen)
  • Medikamente
  • Bargeld
  • ein paar Vorräte
  • Taschenlampe
  • geladene Powerbank
  • ein paar Kleidungsstücke
  • eine Decke

Bewahren Sie den gepackten Notfallrucksack dort auf, wo er sofort greifbar ist und im Vorbeilaufen mitgenommen werden kann.

Mit der Taschenlampe können Sie auf sich aufmerksam machen, wenn Sie nicht mehr rechtzeitig aus Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus kommen oder Sie sich auf das Dach oder einen Baum retten müssen.

– Derzeit arbeiten wir noch an diesem Artikel, er wird um weitere Informationen ergänzt.
Hochwasser - was tun?

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