Wann schließt Deutschland endlich Schulen und Kitas?
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Da nach Auffassung des Gesetzgebers Produkt- und Markennamen Werbung darstellen, kennzeichnen wir jeden Beitrag als solche. Hygieneset mit Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe

Spätestens mit Eintreffen des Coronavirus in Deutschland und dem massiven Auftreten im Kreis Heinsberg stellen sich unzählige Eltern die Frage, wann Deutschland endlich seine Kitas und Schulen schließt. Während Länder wie Tschechien, Rumänien und Polen deutlich weniger Covid-19-Fälle haben, wurden dort rigorose Maßnahmen ergriffen, um der Ausbreitung des Virus Einhalt zu Gebieten. In Deutschland scheint es so, als sei die Schule die letzte Bastion, die fällt. Ebenso, wie deutsche Kindertagesstätten.

Themenspecial: Schulöffnungen – Muss ich mein Kind trotz Corona in die Schule schicken? – Ankündigung Livestream am 30.04.2020

Geisterspiele ja, Schulen schließen nein: Das ist Deutschland!?

Es nimmt schon groteske Züge an, wenn in der Presse die mittlerweile im Minutentakt eintrudelnden Nachrichten zu vernehmen sind, dass Veranstaltungen erst ab 5.000, dann ab 1.000 und nun ab 500 Teilnehmern abgesagt werden, gleichzeitig aber täglich der Unterricht an Schulen stattfindet. Nur wenige Schulen und Kitas in Deutschland werden komplett geschlossen. Vornehmlich dann, wenn Coronafälle bekannt werden. Teilweise werden lediglich einzelne Klassen von der Schulpflicht freigestellt.

Schulveranstaltung abgesagt, doch Unterricht findet weiter statt

Ein Beispiel für die groteske Situation in Deutschland möchten wir stellvertretend für viele andere erwähnen. Gestern, also am 10. März 2020 vermeldete der Nordkurier:

“Musikgymnasium Demmin sagt Konzertabend ab.”

Es geht um das Konzert “Schule musiziert”, das für den heutigen Abend (11. März 2020) geplant war. Seitens der Schule wurde mitgeteilt, man folge der Empfehlung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, der dazu geraten habe, vorsorglich auch kleinere Veranstaltungen abzusagen. Eine gute und verantwortungsbewusste Entscheidung seitens der Schulleitung. Und das, obwohl das geplante Schülerkonzert in einem kleinen Städtchen in Mecklenburg-Vorpommern hätte stattfinden sollen. Obwohl sich das Musikgymnasium bei musikalischen Events regelmäßig regem Zulauf erfreuen darf, handelt es sich bei Weitem nicht um eine der größten Schule Deutschlands.

Während beispielsweise das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar mit über 2350 Schülern und mehr als 200 Lehrern zu einer der größten Deutschlands gehört, handelt es sich bei dem Musikgymnasium um eine Schule mittlerer Größe mit etwa 450 Schülern.

Schon früh empfahl der Virologe Alexander Kekulé, auch in Deutschland Kitas und Schulen dicht zu machen, um Übertragungsketten zu unterbrechen. Bildungspolitiker sträuben sich dagegen und seitens der Regierung ist nicht beabsichtigt, Kindergärten und Schulen zu schließen.

Einmalige Veranstaltungen abgesagt – an mehr als 32.000 Schulen täglicher Unterricht

Laut statista gab es im Schuljahr 2018/2019 in Deutschland 15.399 Grundschulen, ingesamt 32.577 allgemeinbildende Schulen. Hinzu kommen tausende Kindertagesstätten.

Heute, am 11.03.2020 fand eine Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI Chef Wieler statt. Zum wiederholten Male empfahl Spahn, öffentliche Veranstaltungen zu meiden, soziale Kontakte einzuschränken, auf Kino-Besuche zu verzichten.

„… ob man mal bereit ist, zu verzichten … auf den Clubbesuch …“

(Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Pressekonferenz 11.03.2020)

Doch die empfohlenen Schutzmaßnahmen, die für alle Bürger empfohlen werden, gelten nicht für in Deutschland lebende Kinder. Die Einhaltung der Schulpflicht ist die letzte Bastion in Corona-Deutschland. Während in Deutschland Mütter, Väter, Omas und Opas weinen um die Kranken und Toten in China, Italien, Südkorea und bald jene in allen Länder auf unserem Planeten und aus Angst um ihre Liebsten.

Wegen Coronavirus Schulen und Kitas schließen – eine scheinbar unüberwindbare Hürde

Ohne Frage ist es eine schwerwiegende Entscheidung, Kitas und Schulen zu schließen. Für einen ungewissen Zeitraum. Denn es ist fraglich, wie lange derartige Maßnahmen aufrecht erhalten bleiben müssten, um der Coronavirus Epidemie Herr zu werden.

Bundesweit Schulen und Kitas schließen – diese einschneidende Entscheidung zu treffen, erscheint bei Anwendung des gesunden Menschenverstandes für viele Bundesbürger die einzig logische Maßnahme zu sein. Schließlich treffen in Kindergärten und Schulen viele Kinder aufeinander und es lässt sich faktisch nicht gewährleisten, dass jedes Kind die Husten- und Niesetikette ein- und ausreichend Abstand zu den anderen Kindergartenkindern und Mitschülern hält und obendrein noch tadellose Handhygiene betreibt.

Hygieneset mit Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe

Aber auch dann, wenn dies irgendwie gelänge, hat es nicht den Anschein, als ließe sich das Coronavirus davon abhalten, Kinder, Erzieherinnen und Lehrer zu infizieren und erkranken zu lassen.

Die Infektionskette ist größer, als “nur” Kindergarten und Schule

Man muss kein Virologe sein, um eine Ahnung davon zu bekommen, inwieweit an Schulen und in Kitas die Virenverbreitung stattfindet. Es versteht sich von selbst, dass in Kitas und Schulen Viren

  • von Kind zu Kind
  • von Kita zu Kita
  • von Schule zu Schule
  • von Kita zu Schule
  • von Schule zu Kita

übertragen und von dort aus nach Hause geschleppt werden. Natürlich auch anders rum.

Schulkinder, die sich auf dem Nachhauseweg am Kiosk vom Taschengeld Süßes kaufen und/oder mit dem Schulbus nachhause fahren, haben tagtäglich viele Kontakte zu anderen – Kindern, jungen Erwachsenen, Best-Agern, Senioren, Gesunden und chronisch Kranken. Hier entsteht eine Infektionskette, die keinesfalls überschaubar und nachvollziehbar sein kann.

Kleiner Fakt am Rande: ntv sendet am 11.03.2020 nach der Pressekonferenz mit Merkel ab 13:00 Uhr aus dem Bundestag. Journalistin berichtet, dass dort das Sicherheitspersonal Handschuhe trage und viele (!) Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt wurden. In Kitas und Schulen vielfach Mangelware oder gar nicht vorhanden.

Zur Viruseindämmung Schulen und Kitas schließen – eine Frage des Abwägens

In diesen Tagen in der Haut der Verantwortlichen zu stecken, ist wahrlich kein schöner Gedanke. Manche Eltern sind darauf angewiesen, Kleinkinder in die Kita zu bringen, um für das Familieneinkommen zu sorgen. Schulkinder sollen lernen, um später Chancen auf eine gute Ausbildung zu erhalten. Abiturienten haben sich auf das Abi vorbereitet.

Insbesondere berufstätige Eltern von Kleinkindern und jüngeren Schulkindern stünden vor einem Betreuungsproblem. Nicht jede Familie kann auf eine Notfallbetreuung zurückgreifen und weiter zur Arbeit gehen, wenn die Kinder zuhause bleiben.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Bleiben bundesweit unzählige Eltern(teile) zuhause, fehlen sie am Arbeitsplatz. Das Arbeiten im Home-Office ist eine Möglichkeit, lässt sich aber nicht in jedem Beruf realisieren. Betroffen wären auch medizinische Berufe und der Pflegebereich. In beiden wäre es fatal, wenn ausgerechnet dort nun Arbeitskräfte wegfallen würden. Gleiches gilt für Rettungskräfte, Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr.

Hier von staatlicher Seite eine Entscheidung zu treffen, käme der Wahl zwischen Pest und Cholera gleich. Aber Laissez-faire kann und darf keine Lösung sein. Ein “gesunder” Mittelweg wäre es, den Eltern die Entscheidung freizustellen. Dafür gibt es triftige Gründe. Jedes Kind und jeder Erwachsene, das/der sich aus der Öffentlichkeit zurückzieht, könnte dazu beitragen, das grassierende Virus einzudämmen und die Ausbreitung zu verlangsamen. So, wie es Gesundheitsminister Jens Spahn und die wortführenden Virologen propagieren.

Coronavirus: Geringes Risiko für Kinder – was ist mit den anderen?

Es mag für manche beruhigend klingen, dass nach derzeitigen Erkenntnissen Kinder kaum schwer an Covid-19 erkranken. Denn hauptsächlich haben ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen ein hohes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Aber darf deswegen die letzte Bastion um jeden Preis verteidigt werden?

Um welchen Preis dies geschieht, muss hinterfragt werden. Wenn schon Entscheider darüber verfügen, dass die Schulpflicht angesichts des geringeren (?) Risikos für Kinder gewichtiger ist, wie lässt sich das damit vereinbaren, dass Kinder das Coronavirus mit nachhause bringen und als sogenannte Ausscheider die eigenen Eltern, Großeltern und chronisch kranke Geschwister gefährden? Kann, will und wird der Staat die Verantwortung dafür übernehmen, dass ein infiziertes Kind einen Angehörigen ansteckt, weil es in einer der größten Katastrophen die Schulpflicht zu erfüllen hatte?

Wie lässt sich das mit dem Grundgesetz in Einklang bringen. Heißt es ebendort:

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

(GG, Art. 2)

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(…)

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

(GG, Art. 6)

Gesundheitsminister Jens Spahn will die Alten, Schwachen und Kranken schützen. Jeder kann sich selbst ein Urteil darüber bilden, inwiefern das möglich ist, solange Deutschland – noch – nicht Schulen und Kitas schließt. Die Frage lautet nicht, ob in Deutschland Schulen und Kitas geschlossen werden, sondern wie viele Corona-Kranke und Corona-Tote es vorher geben muss!?

„Wann

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