Bürger-Tracking: Nach Handy-Daten jetzt auch Kreditkarten-Daten?
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Da nach Auffassung des Gesetzgebers Produkt- und Markennamen Werbung darstellen, kennzeichnen wir jeden Beitrag als solche. KN95 Atemschutz Maske kaufen

Vor gut 2 Wochen hatten wir darüber berichtet, dass aufgrund der Coronavirus Krise 2020 Telekommunikationsanbieter anonymisierte Smartphone-Daten an das Robert Koch Institut weiterleiten. Hintergrund: anhand der Bewegungsdaten sollt festgestellt werden, ob sich die Bürger an Kontaktverbote halten. Es ist ja nicht so, dass geschlossene Geschäfte, leer gefegte Straßen, Schulschließungen und Kita-Schließungen zu übersehen wären. Politisch wurde darüber diskutiert, ob eine umfassende Handyüberwachung eingeführt und Bewegungsprofile der Bürger aufgezeichnet werden sollen. Noch vor wenigen Tagen schien die politische Debatte über die Handyauswertung vom Tisch zu sein. Man hatte sich damit abgefunden, dass Mobilfunkdaten an das RKI weitergeleitet werden. Solange das anonymisiert abläuft, ist es den Bürgern egal und die Kuh der politischen Diskussion war vom Eis. Doch jetzt schlägt es 13. Das Bürger-Tracking kommt. In 3, 2, 1 …

Freiwillige Coronavirus App – oder: Mit Speck fängt man Mäuse

Erinnern wir uns an den 25. Mai 2018. Ein Tag, der fast schon in Vergessenheit geraten ist. Die Europäische Datenschutzgrundsatzverordnung, kurz DSGVO, trat in allen EU-Mitgliedsstaaten in Kraft entpuppte sich als Bürokratiemonster.

  • Bevor die Arztpraxis überhaupt mit dem Patienten am Telefon sprechen darf, um einen Termin zu vereinbaren, muss der Patient erstmal auf den Datenschutz hingewiesen werden.
  • Die Datenschutzerklärung einer stinknormalen Internetseite umfasst seither gut und gerne 43 DIN-A4 Seiten oder mehr.
  • Will der Friseur eine Kundenkartei anlegen, um die Blondierungs-Farbnuance der Kundin zu speichern, braucht der Friseursalon juristischen Rat, um ordnungsgemäß die Kundschaft über den Datenschutz aufzuklären, bevor der Blond-Ton in Verbindung mit dem Namen der Kundin in das Karteikärtchen eingetragen werden darf.

Jetzt diskutierte (vorerst) die Politik darüber, per Smartphone Tracking Informationen zu sammeln und an Institute weiterzugeben und kam – vorerst – zu dem Ergebnis, dass man kein Bürger-Tracking will. Doch wie so oft bei Coronavirus, lässt sich das gesprochene Wort nicht mit der Realität in Einklang bringen.

Regierung: Kein Smartphone-Tracking – oder doch?

Tracking der Smartphone-Daten kommt nicht in die Tüte!? Faktisch ist dies schon jetzt der Fall. Das Online-Magazin t3n.de teilt am 28.03.2020 mit:

Acht europäische Telekomkonzerne (…) haben sich mit der EU-Kommission geeinigt, im Kampf gegen das Coronavirus Handydaten weiterzugeben.

Die Reaktion der Bürger ist – gelinde gesagt – nahezu bis zur Vollnarkose retardiert. Von absoluter Gleichgültigkeit bis hin zu “Es dient schließlich einem guten Zweck!” ist alles dabei. Nur von einem öffentlichen Aufschrei ist nichts zu merken. Wo noch bei der DSGVO und Upload-Filter die Menschen auf die Straße gingen, ist jetzt Ruhe eingekehrt.

Man braucht nur ein Problem, um eine unliebsame Lösung zu etablieren!

Coronavirus bringt die Jahreszeiten durcheinander

Spätestens mit der nächsten Pressemeldung, hier oder da hielten sich am sonnigen Wochenende die Bürger nicht an das verhängte Kontaktverbot, wird selbst die letzte Skepsis vom Winde verweht. Untermauert mit schlecht ausgewählten Fotos aus Stockarchiven. Beweisfotos, die die Untervernunft der Bürger im Frühjahr 2020 belegen sollen, zeigten schon mal einen laubübersäten Boden. Das Coronavirus befällt nicht nur Menschen, sondern auch Bäume und hebelt Naturgesetze außer Kraft.

Dein Smartphone – dein Lebensretter

Nun braucht es eine gute Idee. Eine Coronavirus App, die sich jeder Smartphone Nutzer freiwillig auf sein Smartphone laden kann. Die aufgezeichneten Daten eines Infizierten sind geeignet, andere in Alarmbereitschaft zu versetzen, wenn sie sich in der Nähe eines Corona-Erkrankten aufhielten. Ob Coronatest oder nicht – wer jemandem mit dem Virus begegnete, kann sich ja nun freiwillig in 2-wöchige Selbstisolierung begeben. Auch dann, wenn man sich an die in der Vergangenheit zurückliegenden Begegnung mit einer wildfremden Person gar nicht mehr erinnern kann. Zum Beispiel, wenn man im eigenen PKW neben einem infizierten Fahrzeuglenker an der Ampel stand und beide Fahrzeuge die Fenster geschlossen hatten.

Jedenfalls ist die Angst der Bevölkerung groß genug für eine solche Coronavirus App. Dafür haben die unzähligen Top Ten Listen der am schlimmsten betroffenen Länder mit den meisten Infizierten, Erkrankten und Toten gesorgt. Wer in dieser Zeit hustet, niest oder ein Kratzen im Hals verspürt können schließlich der Nächste auf einer dieser Listen sein.

Freiwillig zur Überwachung mit Coronavirus App

Die Bundesregierung hat also das Gesetz zur Handyüberwachung auf Eis gelegt. Aber braucht man das Gesetz überhaupt? Nein. Denn das Fraunhofer Institut arbeitet bereits auf Hochtouren an einer Freiwilligen-Coronavirus-App für Handytracking, während die Politiker und Experten nicht müde damit werden, der Bevölkerung klarzumachen:

Wenn ihr euch freiwillig an die Maßnahmen haltet und mitmacht, brauchen wir keine Zwangsmaßnahmen.

Bei derart persönlichen Appellen von der Politik an die Bürger gibt es keinen Schelm, der Böses denken mag. Der brave (ent)mündig(t)e Bürger reduziert soziale Kontakte, bleibt zuhause, verhindert den Umgang zwischen Enkeln und Großeltern, wäscht sich die Hände und hofft inständig, dass die seichten Ausgangssperren bei Wohlverhalten schnell gelockert werden. Gelockert werden, ja, das wäre mit der Handy-Tracking App vielleicht bald machbar. Gerade deshalb dürfte die Akzeptanz für die Überwachung unbegrenzt hoch sein.

Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz verkündete erfreut in der Tagesschau vom 31.03.2020 den Idealfall von „100 Prozent“

Aber nicht nur der SPD Mann plant Großes! Indes tut sich auch im CDU Wirtschaftsrat so einiges. Dort will man für deutsche Behörden Zugriff auf die Bewegungsdaten der Smartphone Nutzer Zugriff haben und der CDU Wirtschaftsrat hat sogar noch eine viel bessere Idee.

Kreditkarten-Informationen der Bundesbürger – im Kampf gegen das Coronavirus

Nach Auffassung des CDU Wirtschaftsrats reichte die freiwillige Coronavirus Smartphone App nicht für Standortbestimmung und Kontaktermittlung. Viel besser ließen sich Infektionsketten durch verpflichtende Schritte ausmachen. Nämlich durch das Auslesen von Kreditkarten, wie in diesem Artikel der FAZ zu lesen ist.

Der CDU Wirtschaftsrat sieht Südkorea als Vorbild, von dem man abschauen könne. Und weil es an Ideenreichtum nicht mangelt, zieht der CDU Wirtschaftsrat auch die Verpflichtung zur Nutzung der Warnapp Nina in Betracht.

Noch mehr Ideen gefällig? Es muss mehr getestet werden, so der Wirtschaftsrat der CDU. Nur der Vollständigkeit halber: Der CDU Wirtschaftsrat ist sich sicher, die Bundesregierung müsse bei künftigen Pandemien ähnlich handeln wie die Asiaten.

Das Eisen schmieden, solange das Feuer heiß ist

Wir müssen schon zugeben: Das Ideenreichtum des CDU Wirtschaftsrats ist kreativ. Denn wir brauchen ja kurzfristig, mittelfristig und langfristig Lösungen, die das Virus erfolgreich eindämmen und Lösungen, die es erlauben, wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren, bevor sich die Bevölkerung an

  • Ausgangssperren
  • Kontaktsperren
  • geschlossene Schulen & Kitas
  • Kinder-Verbot in Supermärkten
  • Kontaktverbot zu Alten und Kranken
  • Klopapier-Mangel

und trockene Nudeln mit Nichts gewöhnt und vergisst, dass Leben anders funktioniert.

Bürger-Tracking mit Schwachstellen

Allerdings wirft das gewünschte Bürger-Tracking per Smartphone und Kreditkarten Fragen auf. Zum Beispiel die Frage, wie valide die Datenauslesung sein kann und inwiefern das Ausspähen der Bevölkerung dazu geeignet sein kann, das Coronavirus zu bekämpfen.

Wie verhält es sich, wenn …

  • ein Smartphone Nutzer sein Smartphone zuhause lässt?
  • der Akku leer und das Smartphone aus ist?
  • das Telefon im Auto liegengelassen wird?
  • das Handy zuhause oder am Arbeitsplatz vergessen wurde?
  • Kleinkinder kein Smartphone besitzen?
  • Alte und Kranke kein Mobiltelefon benutzen?

Oder wie will man valide Kreditkarten auswerten, wenn …

  • aufgrund mangelnder Bonität jemand keine Kreditkarte bekommt?
  • beim Sonntagsausflug die Kreditkarte nicht mitgenommen wird?
  • Kinder und Jugendliche keine Kreditkarte besitzen?
  • alte Menschen nicht auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr verzichten wollen?

Die Welt retten – wäre das nicht nur möglich, wenn alle durch das gewünschte Bürger Tracking erfasst und wirklich von jedem Menschen weltweit Bewegungsprofile angelegt würden!? Aber wie trackt man Menschen, die keine Kreditkarte haben oder das Handy öfter mal zuhause “vergessen”, weil sie eben nicht wollen, dass man sie trackt. Hat man dafür auch schon die passende Lösungsidee in petto!?

Heute Coronavirus, morgen ein anderes Virus!?

Das abermals dank der Globalisierung binnen 15 Stunden von einem Kontinenten auf den anderen reisen sich bei einer Inkubationszeit von 7, 14 oder 24 Tagen erstmal unbemerkt ausbreiten kann?

Woher will man eigentlich die ganzen Leute nehmen, die in detektivischer Manier Infektionsketten nachverfolgen und überprüfen, ob mögliche Infizierte sich freiwillig in Hausarrest begeben. Sind Smartphone-Tracking und Kreditkarten-Tracking funktionierende Instrumente? Nochmal: man kann Handy oder Karte ja einfach vergessen!

Bürger-Tracking ja – Maskenpflicht nein?

Als das Coronavirus noch im Januar 2020 nur in Wuhan wütete, gab es ein Phänomen, das sich außerhalb Asiens z. B. in Deutschland, Österreich und in der Schweiz feststellen ließ:

Desinfektionsmittel & Masken waren ausverkauft!

Nicht die Ärzte, Kliniken und Politiker waren es, die den Markt leergefegt haben, sondern Privatpersonen und windige Geschäftstreibende. Warum bewiesen bereits im Januar Bürger und Abzocker ein gutes Gespür dafür, was in Europa auf uns zukommen könnte – aber Fachpersonal, Virologen und Politiker nicht?

Warum wurde der Bevölkerung ausgeredet, Masken und Desinfektionsmittel zu kaufen und warum hat man uns Glauben machen wollen, Mundschütze brächten nichts?

Selbst jetzt, wo Virologen und Politiker die Fähnchen im Wind gedreht haben und dazu aufrufen, Masken zu tragen und, wie in Österreich Maskenpflicht beim Einkaufen einführen, kann man nur erstaunt darüber sein, dass es in Deutschland bisweilen keine Maskenpflicht gibt, aber man bereits jetzt darüber diskutiert, wie man künftige Epidemien eindämmen kann.

Bürger-Tracking ist ein Szenario, über das man sicher nachdenken kann. Aber wäre es nicht erstmal an der Zeit, die jetzige Coronavirus Epidemie bestmöglich zu bekämpfen? Zum Beispiel durch die Versorgung der Bevölkerung mit Viren filternden FFP 3 Masken, anstatt in die Ferne zu schweifen und über totalitäre Überwachung zu sinnieren!?
Bürger-Tracking - CDU Wirtschaftsrat will Kreditkarten-Daten

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