Pfefferspray zur Selbstverteidigung

Selbstverteidigung oft Grauzone bei Krisenvorsorge

Im Zusammenhang mit Krisenvorsorge wird auch über Selbstverteidigung im Notfall gesprochen, geht man davon aus, dass es zu Notständen und in der Folge zu Überfällen, Raub und Plünderungen kommt. Nicht nur in politischen und wirtschaftlichen Krisen ist Selbstverteidigung ein wichtiges Thema, sondern auch im Alltag, da immer mehr Bürger und Bürgerinnen um die eigene Sicherheit besorgt sind. Krisenvorsorger wollen möglichen Notsituationen vorbeugen und wappnen sich daher für die Selbstverteidigung im Notfall. Allerdings ist nicht jedes Mittel zur eigenen Verteidigung erlaubt und so können Krisenvorsorger schnell mit dem Gesetz in Konflikt geraten, denn häufig liest man Tipps, sich eine Armbrust oder gar eine Schusswaffe anzuschaffen. Dabei muss zwingend das Waffenrecht beachtet werden; dies schränkt sehr stark ein, welche Waffen für die eigene Verteidigung überhaupt im Besitz sein dürfen. Da stellt sich allen Krisenvorsorge betreibenden Menschen die Frage, wie man sich überhaupt selbst verteidigen kann, wenn etwas passiert.

Was sind Waffen?

Das Waffengesetz ordnet zahlreiche Gegenstände unter die Bezeichnung ‘Waffe’ ein; so heißt es im Waffengesetz:

§1 (2) Waffen sind
1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und

2. tragbare Gegenstände,

a)die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;

b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.

Hierunter zählen alle in der Waffe 2002 Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 bis 4) Waffenliste geführten Gegenstände. Dort ist auch geregelt, welche Gegenstände zur Selbstverteidigung erlaubnisfrei erworben und besessen werden dürfen, bzw. welche unter die erlaubnispflichtigen Waffen fallen. Die Erlangung eines Waffenscheins kann also erforderlich sein, um bestimmte Waffen kaufen und besitzen zu dürfen.

Der Besitz einer Schusswaffe setzt hohe Erfordernisse u. a. auch, was die Aufbewahrung von Waffe und Munition anbelangt, so dass im Notfall die Schusswaffe für etwa notwendige Selbstverteidigung nicht auf die Schnelle greifbar wäre, was letztlich dem eigentlichen Gedanken, sich in Krisenzeiten selbst verteidigen zu können, entgegenstehen kann. Schreckschusswaffe und Reizstoffwaffen scheinen daher den eigentlichen Sinn eher zu erfüllen.

Selbstverteidigung im Notfall: Die Hürden für Krisenvorsorger

Pfefferspray – Rechtliche Lage und Wirkung

Für die Handtasche scheint Pfefferspray eine gute Option zu sein, wenn Frauen unterwegs sind. Es handelt sich um eine verhältnismäßig kleine Sprühflasche, die eine scharfe Substanz mit dem Wirkstoff Oleoresin Capsicum enthält. Beim Sprühen des Pfeffersprays wird der Aggressor sofort außer Gefecht setzt, wenn er mit dem Pfefferspray in Kontakt kommt. Somit scheint Pfefferspray tatsächlich eine gute Anschaffung für die Krisenvorsorge zu sein, wenn Schusswaffen, Hieb- und Stichwaffen sowie viele Messer nicht legal gekauft und besessen werden dürfen und oft im Falle eines Überfalls, Einbruchs oder körperlichen Angriffs nicht effizient zur Selbstverteidigung angewendet werden können.

Pfefferspray zur Selbstverteidigung

Pfefferspray zur Selbstverteidigung

Auch Pfefferspray ist eine Waffe

Das Pfefferspray fällt ebenfalls unter das Waffengesetz; die rechtliche Lage ist jedoch für Laien recht kompliziert, da u. a. Wirkstoff und  Deklaration darüber entscheiden, ob Pfefferspray mitgeführt und verwendet werden darf oder nicht. Auch Reichweite und Sprühdauer der Sprühflasche wirken in die Einstufung mit ein; zudem erfordert der Gesetzgeber ein Prüfzeichen. Wird ein Pfefferspray als Tierabwehrspray bezeichnet, entfällt i. d. R. die Einordnung ins Waffengesetz. Die Verwendung des Sprays gegen Menschen gerichtet ist nur dann erlaubt, wenn es sich bei der Selbstverteidigung um Notwehr handelt. Soweit die groben Richtlinien aus der deutschen Gesetzgebung. In anderen Ländern gelten abweichende Gesetze, so darf z. B. in der Schweiz Pfefferspray nur an volljährige Personen unter Vorlage eines Identitätsnachweises verkauft werden.

Selbstverteidigung – Machen Sie sich fit

Unabhängig von der Krisenvorsorge sollte jeder Mensch in der Lage sein, sich notfalls körperlich zu wehren. Etwas Sport zur Verbesserung der Fitness kann also nicht schaden und zudem gibt es spezielle Selbstverteidigungskurse, die wichtige Verhaltensregeln und Abwehrmöglichkeiten vermitteln, wenn ein Angreifer auf Sie losgeht. Gerade Menschen, die noch nie in der Lage waren, sich ernsthaft körperlich zur Wehr zu setzen, haben Hemmungen, dies zu tun, falls es notwendig wird. In Selbstverteidigungskursen wird das Selbstbewusstsein gestärkt, so dass viele Angreifer auch schon durch Abwehrhaltung abgeschreckt werden können. Gleichzeitig lernen Kursteilnehmer Tritte, Schläge und andere Methoden, wie selbst ohne Waffen Angreifer erfolgreich abgewehrt werden können. Obwohl es nicht in jeder bedrohlichen Lage anzuraten ist, auf den Angreifer loszugehen, ist ein Selbstverteidigungskurs definitiv empfehlenswert, zumal sich jeder Kursteilnehmer stärker und sicherer fühlt.

Selbstverteidigung oftmals eine rechtliche Grauzone

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Selbstverteidigung in rechtlicher Hinsicht durchaus als risikoreiche Grauzone betrachtet werden kann. Zwar darf sich jeder in einer Notsituation wehren und dies sogar mit körperlicher Gewalt oder mit Hilfe von Waffen. Doch im Zweifelsfall kann es mitunter schwierig werden, gebotene Notwehr nachzuweisen, wenn z. B. die Abwehr frühzeitig erfolgt und der Aggressor noch keine “Gelegenheit” hatte, Sie zuerst zu verletzen. Wer regelmäßig Kampfsport ausübt, kann ebenfalls schnell zum Täter werden, wenn er sich mit Techniken des Kampfsports gegenüber einem Angreifer verteidigt. Im Zweifelsfall kann sogar der sportliche Körper als Waffe bewertet werden.

Welche Selbstverteidigung ist sinnvoll?

Letztlich muss jeder sich eingehend mit der Thematik Selbstverteidigung und Waffenbesitz auseinandersetzen, sich ausführlich mit den rechtlichen Aspekten befassen und für sich abwägen, gegen welche Gefahren man sich verteidigen können sollte und welche Waffen, Gegenstände und Techniken dafür hilfreich sind. Auch, wenn viele Menschen im ersten Moment davon ausgehen, dass Schusswaffen bestens geeignet sind, dürfen sie nicht ohne Einhaltung rechtlicher Bestimmungen erworben und besessen werden. Zudem handelt es sich in juristischer Hinsicht bei Selbstverteidigung und Notwehr einzig um die Abwendung einer konkreten Gefahr; die Abwehrmethode muss der Gefahr angemessen gegenüberstellbar sein, was beim Einsatz einer Schusswaffe oftmals nicht der Fall ist, da ihr Einsatz tödlich enden kann. Auch Messer sind nur bedingt zu Selbstverteidigungszwecken geeignet, da vorausgesetzt werden muss, dass der Angreifer erst einmal in Reichweite kommen muss, um ihn abwehren zu können. Im Nahkampf ist das eigene Risiko (Selbstgefährdung) weitaus höher als beim Einsatz einer Distanzwaffe wie etwa Pistole oder Reizstoffspray. Pfefferspray scheint die bessere Wahl, weil es einerseits auf Distanz (also auch frühzeitig) angewendet werden kann und die Eigengefährdung recht gering ist.

Da Pfefferspray sehr schmerzhaft ist, wird der Angreifer mit sehr hoher Sicherheit für einige Zeit außer Gefecht gesetzt; diese Zeit reicht, um sich selbst und die Familie in Sicherheit zu bringen. Die Wirkung beim Angreifer ist im Normalfall nicht letal, so dass auch der Täter nicht unnötig gefährdet wird. Auch, wenn man in einer akuten Angriffssituation eher weniger über das Wohlergehen des Täters nachdenken will, kann der Gesetzgeber hierzu eine andere Meinung vertreten. Insofern sollte auch dieser Aspekt in die Gedanken rund um die Selbstverteidigung bei der Krisenvorsorge einbezogen werden.

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